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Bevor man einen Saluki bei sich aufnimmt, sollte man sich folgende Fragen stellen:
Habe ich genug Zeit ?
Voraussetzung für die Haltung eines Hundes, egal welcher Rasse, ist natürlich immer in erster Linie, daß man Zeit hat. Es ist wichtig, daß zumindest eine Bezugsperson den größten Teil des Tages zuhause ist. Selbstverständlich kann ein erwachsener Hund durchaus ein paar Stunden einmal alleine bleiben; die Regel sollte das aber nicht sein. Sollte es jedoch regelmäßig der Fall sein, daß ein Hund regelmäßig ein paar Stunden alleine ist, so wäre es ideal, wenn ihm ein zweiter Hund Gesellschaft leisten würde.
Bin ich bereit ihn im Haus bzw. Wohnung mit aufzunehmen ?
Ein Saluki möchte in menschlicher Gesellschaft sein. Er liebt den engen Kontakt zu seinen Menschen. Würde man ihn weg von seinen Menschen in ein Hundehaus oder gar in einen Zwinger verbannen, würde seine Seele verkümmern. Deshalb ist es besonders wichtig, daß der Saluki immer in der Nähe seines Besitzers sein darf. Der Saluki bewegt sich leichtfüßig und geschickt im Haus bzw. Wohnung. Selten nimmt durch einen Saluki die Einrichtung Schaden. Er verhält sich in der Wohnung nicht aufdringlich. Er macht keinen großen Wirbel; er fordert nicht lautstark. Er wird selten einmal bellen. Hat er ein gemütliches Plätzchen, wird er von dort aus still das Geschehen um sich herum beobachten. Seine Anwesenheit kann auf uns Menschen, die ständig Hektik und Stress ausgesetzt sind, sehr beruhigend wirken. Auch sind Salukis sehr reinliche Hund. Sie putzen sich selbst den gröbsten Dreck weg, wobei sie allzu großen Schmutz von sich aus meiden, und sie riechen so gut wie gar nicht.
Komme ich mit dem Hetztrieb klar ?
Man muß bereit sein, einen Freund aufzunehmen und ihm seine Lebensart zuzugestehen.Man muß ihn das sein und bleiben lassen, was er ist: ein Individualist. Alssein Freund muß man auch Verständnis für seinen mehr oder weniger ausgeprägten Hetztriebhaben. Dieser gehört zum Saluki dazu. Man sollte nicht einen Lebenlang versuchen, ihm diese vermeindliche "Unart" austreiben zu wollen, sondern sich darauf einstellen und entsprechend arrangieren. Der ständige Kampf gegen etwas, was instinktiv vorhanden ist, würde beide nur unnötig aufreiben. Wer lieber einen Hund möchte, den man bequem neben sich ohne Leine laufen lassen kann, ist mit einem Saluki schlecht beraten. Es ist zwar nicht so, daß der Saluki nicht hört und er seinem Besitzer beim Freilaufen wegläuft. Es ist vielmehr so, daß er einen größeren Radius zieht, als andere Hunde, die sich stets in der Nähe ihrer Besitzer aufhalten. Und das ist in unserer modernen und begrenzten Umwelt so gut wie nicht mehr möglich, ohne ihn hierbei in Gefahr zu bringen. Ganz zu schweigen von den Jägern, die durchaus auch einen Saluki, der ein Reh hetzt, erschießen würden. Und nicht zu vergessen sind natürlich auch die Mitmenschen, die Angst vor Hunde haben. Ein vermeindlich herrenloser Saluki kann in diesen Menschen durchaus Panik auslösen. Auch diesen Aspekt sollte man nicht vergessen. Ein Saluki sollte also nur da frei gelassen werden, wo kein Risiko besteht. Wo also Straßen fern sind und man nicht unbedingt mit Wild rechnen muß.
Paßt meine Mentalität zu ihm ?
Leben und leben lassen ist die Kunst des täglichen Umgangs mit dem Saluki. Scharfe Komandos, andauernder Apellton sind nutzlos. Ein Saluki ist kein dressurfähiger Hund. Das ist auch niemals seine Bestimmung gewesen. Mit freundlichen Worten läßt sich aber beim Saluki so manches erreichen. Es gibt also auch durchaus Salukis, die Begleithundeprüfungen erfolgreich bestanden haben. Ich selbst kenne sogar Salukis, die erfolgreich die Rettungshundeprüfung abgelegt haben. Menschen, die keine Geduld haben, sollten sich aber gegen einen Saluki entscheiden. Sie sind generell für die Windhundehaltung nicht geeignet.
Kann ich seinem Laufbedürfnis gerecht werden ?
Ideal für die Haltung ist natürlich ein Haus mit großem Grundstück, welches entsprechend hoch umzäunt ist. Dies ist aber nicht Vorausssetzung. Ein derartiges Grundstück ist zwar vorteilhaft; reicht jedoch nicht aus, um seinen Saluki bewegungsmäßig auszulasten. Kein noch so großer Garten ersetzt Spaziergänge, die, wie oben ausgeführt, für den Saluki wegen der Abwechslung und der neuen Eindrücke wichtig sind. Da man wegen der damit verbunden Risiken nur selten die Möglichkeit hat, ihn bei Spaziergängen ohne Leine laufen zu lassen, muß man sich andere Möglichkeiten suchen, um seinem Saluki das nötige Laufpensum zu verschaffen. Unter Umständen kann man ein umzäuntes Sportgelände mitbenutzen oder aber man nimmt seinen Saluki am Fahrrad mit. Ein weit verbreitetes Vorurteil ist aber, dass ein Saluki bzw. Windhund unendlich viel Auslauf benötigt. Ich wage sogar zu behaupten, dass es durchaus andere Hunderassen gibt, die wesentlich mehr Auslauf brauchen. Es kommt schlicht auf die Art des Auslaufes an.
Eine ideale Möglichkeit, einerseits seinem Saluki die notwendige Bewegung zu verschaffen, anderseits ihm die Möglichkeit seinen Hetztrieb ausleben zu lassen, bieten Rennen und Coursing. Windhunderennbahnen und Trainingsplätze gibt es in ganz Deutschland. Hier kann der Saluki nicht nur seine ganze Energie ablassen, sondern auch seinen Hetztrieb befriedigen. Er hat sein "Jagderlebnis", das ihn auch psychisch zufriedenstellt.
Hat man es geschafft, zum Saluki eine Beziehung aufzubauen, wird der tägliche Umgang mit ihm sehr viele Freude bringen. Es läßt sich kaum ein idealerer Hausgenosse finden.
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