|
Zur Geschichte dieser Hunderasse sei auf die einschlägige (wenn auch spärlich vorhandene) Literatur verwiesen. Vom Aussehen her ähnelt er dem Irish Wolfhound, nur ist er einige Zentimeter kleiner und wesentlich leichter; die Farben Gelb, Weiß und Rot sind leider heute kaum noch anzutreffen. Als Windhund hat er einen ausgeprägten Jagd- und Bewegungsdrang. Das muß bei seiner Aufzucht und Haltung angemessen berücksichtigt werden. Da er -wie alle Windhunde- ein Sprinter ist, muß er die tägliche Möglichkeit zum "Vollgasgeben" bekommen; je nach Trainigszustand reichen hierfür schon 20 bis 30 Minuten. Stundenlanges Spazierengehen oder neben dem Fahrrad Herlaufen ermüden ihn kaum. Im Haus ist er ein ruhiger Geselle, der mit einem Sofaplatz inmitten seiner Menschen das höchste Glück dieser Welt erreicht hat. Für eine ausschließliche Zwingerhaltung ist er damit nicht geeignet. Insbesondere der heranwachsende Deerhound ist bemüht, seinem Besitzer zu gefallen; allerdings ist diese Rasse "hochintelligent" und besitzt einen gewissen Eigensinn, was das Erreichen von sich selbst gesetzten Zielen angeht. Daher erfordert die Erziehung ein wenig "Fingerspitzengefühl" und Konsequenz, sonst ist schnell der Hund der wahre Herr im Hause oder es sind Verhaltensprobleme vorprogrammiert.
Die Aufzucht eines Welpen ist eigentlich unproblematisch, wenn man den Hund vor körperlicher Überlastung bewahrt und das vorher Gesagte berücksichtigt. Da Deerhounds eher mäkelige Fresser sind, ist Übergewicht (was allerdings streng zu vermeiden ist) selten ein Problem; da kein Hund freiwillig verhungert, sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, ihn diesbezüglich zu verwöhnen. Sonst ist man die nächsten 8 bis 10 Jahre (so lang ist die durchschnittliche Lebenserwartung) darauf festgelegt.
Der Umgang mit anderen Lebewesen ist trotz seine Größe kein Problem, wenn der Hund gelernt hat, daß man Besuch nicht anspringen und Nachbars Hühner nicht jagen darf. Und das kapiert ein Deerhound im Allgemeinen bei der schon erwähnten Konsequenz schnell.
Neben renn- und tobebedingten Verletzungen bedrohen ihn die für große Hunde typischen Erkrankungen wie Magendrehung und leider scheint auch die beim Irish Wolfhound bekannte Herzerkrankung "Dilatative Cardiomyopathie" bei dieser Rasse gelegentlich aufzutreten. Da für Riesenhunde sowieso alles etwas teurer ist, empfehle ich dem Welpenkäufer einen gewissen Geldbetrag für Notfälle auf die hohe Kante zu legen.
Wenn man dies alles berücksichtigt, hat man einen liebenswerten und anhänglichen Hausgenossen, den man mit Freude bei seiner eleganten Bewegung beobachtet und dessen Verhalten zu einigem Spaß Anlaß bietet. So kann ein aus seiner Ansicht zu Unrecht getadelter Deerhound durchaus einige Zeit sichtbar beleidigt sein. Aber wie ein echter Aristokrat gewährt er Verzeihung.
Der Deerhound kann bei vielerlei Aktivitäten eingesetzt werden: Als "einfacher" Familienhund mit dem gespielt und getobt wird, als Begleiter bei Spaziergängen oder auch Ausritten zu Pferde, beim Windhundsport wie Rennen oder Coursing und auch bei Ausstellungen, welche er aber meist nicht so liebt, weil sein Ehrgeiz hier oft hinter dem seines Besitzers zurück bleibt.
Text: Dr. H.G. Stanke / Email:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Website: www.conbegs.de
|