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Die Einteilung und Zucht von Hunden in bestimmte Rassen ist eine Erfindung des letzten Jahrhunderts. Das, was man heute unter dem Namen Whippet kennt, sind die mittelgroßen Vertreter der englischen Jagdhunde, die sich durch eine besondere Fähigkeit auszeichnen: Sie jagen nicht mit der Nase am Boden, sondern erspähen die Beute mit den Augen, weshalb sie auch kynologisch in die FCI Gruppe X (Windhunde) eingegliedert sind. Der Whippet ist ein feiner Haushund, der sich zu benehmen weiß und viele Vorzüge hat. Mit seiner mittleren Größe (44-47 cm laut Standard) und seinem kurzen Haar, ist er ein "handlicher" Vertreter, der Windhundrassen und nimmt eine gewisse Sonderstellung unter den Windhunden ein. Er unterscheidet sich vor allem im Wesen, weil er ein folgsamer Begleiter ist und eine geringe Expansionstendenz aufweist. Im Haus absolut ruhig und immer ausgeglichen ruhend, braucht er den täglichen Sprint über eine Wiese, hinter einem Ball her oder im Rennspiel mit einem ebenbürtigen Kumpel. Whippets sollten einmal am Tag die Gelegenheit bekommen, ihre Beine richtig strecken zu können. Whippets sind angenehme Begleiter und vertragen sich auch bei Gruppenhaltung gut. Sie verhalten sich sehr unterschiedlich aber immer situationsgerecht: Sehr ruhig im Haus oder in der Wohnung. Hier dösen und schlafen sie sehr viel, bellen höchst selten und sind immer anschmiegsam, sanft und freundlich. ohne Hektik zu verbreiten. Im Freien ein blitzschneller Wirbelwind, der geradezu vor Energie zu bersten scheint. Wenn auch diese Temperamentsausbrüche nur von kurzer Dauer sind.
Whippets sind extrem sensible Hunde. Diese Feinfühligkeit befähigt sie, sich dem Menschen und dessen individuellen Lebensgewohnheiten bestmöglichst anzupassen. Whippets sind sehr gesellige Hunde, die immer in der Nähe ihres Menschen sein wollen und auch in die Familie gehören und darin integriert sein müssen. Der Whippet passt sich seinem Menschen an und braucht Vertrauen und seine Gesellschaft. Es kommt weniger auf die Größe der Wohnung oder auf die Dauer der Bewegungsmöglichkeiten an, als darauf, dass der Whippet bei seinem Menschen sein kann. Durch gezielte Zuchtauswahl auf einen leistungsfähigen Gebrauchshund (Kaninchenjäger) ist die Grundlage für einen gesunden Hund gelegt. Der Rassestandard, an dem sich die Zucht orientieren soll, ist im Falle des Whippets kein Katalog von reinen Schönheitsmerkmalen, sondern weist die Eigenschaften und rassespezifischen Merkmale aus, die der Zweckerfüllung dienen (form follows function).
Damit ist schon einmal eine grundlegenge Basis geschaffen, die jede Übertreibung anatomischer Voraussetzungen ausschließt. Ein harmonisch und proportional aufeinander abgestimmter Körperbau gewährleistet auch ein "gesundes" Fundament. Whippets sind Hetzhunde, die in der modernen Zeit arbeitslos geworden sind. Ursprünglich waren sie als Kaninchenjäger gezüchtet und später aufgrund ihrer Schnelligkeit zu Ragracings, der frühen Form der Windundrennen, eingesetzt worden.
Windhundrennen für Whippets werden heute bei uns als Amateursport durchgeführt. Bei diesen Hunderennen hetzen die Whippets auf einem Rasen- oder Sandgeläuf einer ovalen Rennbahn über eine Distanz von mindestens 320 m. Vor ihnen her wird ein Lockmittel (Hasenfell oder Plastiktüte) in einem unerreichbaren Abstand gezogen. Für diese Hunderennen gelten bestimmte Regeln und der Whippet muss erst "antrainiert" werden, d.h. er muss lernen, wie er sich verhalten muss, um einen störungsfreien Ablauf des Renngeschehens sicherzustellen. Der Hintergedanke dieser Hunderennen war es, den Whippets eine Art Ersatzhetze für die nicht mehr mögliche freie Jagd zu bieten. Inzwischen hat sich daraus ein Wettbewerb entwickelt . Windhundrennsport soll im weitesten Sinne die Leistungsfähigkeit der Windhunde erhalten und damit auch der Gesundheit der Rasse dienen.
Wer seinen Whippet zu Rennen oder Coursings oder Trainings bringt, bietet dem Hund die Möglichkeit einer seiner Veranlagung und seinen Eigenschaften entsprechenden Beschäftigung. Der Einsatz bei diesen Rennveranstaltungen darf jedoch nicht damit verwechselt werden, dem Hund einen Auslaufersatz bieten zu wollen. Rennen hat mit Bewegung und Auslauf nichts zu tun.
Mehr über Whippets können Sie im Buch: "Whippets-einer ist nie genug" von Marianne Bunyan nachlesen.
Text: Marianne Bunyan / Email:
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Website: www.superflys.de oder www.windhunde.de
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