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A-B-C-Schema der Wiederbelebung
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Weit über den Rahmen der 1. Hilfe hinaus geht die Wiederbelebung bzw. Reanimation. Das Gehirn kann maximal 2 bis 3 Minuten ohne Sauerstoff auskommen ohne einen bleibenden Schaden zu nehmen. Deshalb muss/sollte man in ernsten Notfällen bzw. bei bewußtlosen Hunden, die keine sichtbaren Atembewegungen mehr aufweisen, in der Lage sein zu reanimieren. Damit das Gehirn wieder Sauerstoff bekommt, muss
- Sauerstoff in den Körper gelangen und
- dieser Sauerstoff mit dem Blut in das Gehirn und alle anderen lebensnotwendigen Organe verteilt werden.
Dies kontrolliert man mit dem A-B-C-Schema:
A = Atemwege
B = Beatmung
C = Circulation (Kreislauf)
A = Atemwege
Nur wenn die Atemwege frei sind, kann auch Luft in den Körper eingeatmet werden. Fremdkörper (Knochen etc.), Verletzungen des Kehlkopfes, Schleim oder Erbrochenes, Schwellungen durch Insektenstiche o.ä. behindern die Atmung oder verhindert sie sogar vollständig. Ob die Atmung behindert ist lässt sich in der Regel daran erkennen, dass der Hund angestrengte Atembewegungen macht oder er schnarchende-schnorchelnde Geräusche von sich gibt. Als erstes öffnet man das Maul. Besteht u.U. für den Besitzer Verletzungsgefahr, kann man das Maul auch mit zwei Binden, Taschentüchern o.ä. öffnen. Anschließend dreht man den Kopf so ins Licht, dass man gut in die Mundhöhle hineinsehen kann. Die Zunge zieht man weit nach vorne heraus, damit man auch den Zungengrund und den Eingang zum Kehlkopf kontrollieren kann. Die sichtbaren Fremdkörper entfernt man mit den Fingern. Schleim, Flüssigkeiten o.ä. werden ausgewischt. Zur Entfernung grösserer Fremdkörper empfiehlt sich der sogenannte "Heimlichgriff".
B = Beatmen
Zum Beatmen genügt unsere Ausatemluft, da diese noch genügend Sauerstoff besitzt, um damit andere Menschen und Tiere zu beatmen. Hunde, die selbst nicht mehr atmen, sollten man auf die Seite drehen. Dann kniet man sich so vor den Hund, dass man sowohl die Hundenase mit dem Mund umschließen als auch mit der Atemspende das Anheben des Brustkorbs beobachten kann. Bei kleinen Hunden umschließt man mit seinem Mund die Hundenase und das Hundemaul. Wichtig bei der Beatmung ist, dass die Zunge des Hundes ganz nach vorne gezogen und der Fang anschließend fest verschlossen wird. Die Beatmungsfrequenz sollte etwas langsamer als die eigene Atemfrequenz sein. Wichtig ist dabei auch die Kontrolle der Beatmungstiefe. Bläst man zu wenig Luft in die Lungen des Hundes, ist die Beatmung nicht effizient, bläst man aber zu viel Luft hinein, kann die Lunge reissen. Es ist deshalb insbesondere bei den ersten Beatmungsstössen wichtig, dass man genau beobachtet, wie hoch sich der Brustkorb des Hundes bei der ersten Atemspende hebt. Der Brustkorb des Hundes sollte sich bei der Beatmung nicht stärker als bei normaler Spontanatmung vorwölben.
C = Circulation (Kreislauf)
Die beiden Maßnahmen A = Atemwege und B = Beatmen sorgen dafür, dass Sauerstoff in die Lunge des Notfallpatienten gelangen kann. Damit dieser Sauerstoff auch in die Organe des Körpers transprotiert wird, muss der Kreislauf funktionieren. Zur Überprüfung des Kreislaufes dienen
- das Tasten des Herzstosses an der seitlichen Brustwand
- das Tasten der Pulswelle und
- die Bestimmung der kapillären Rückfüllzeit.
Fehlt der Herzstoss oder die Pulswelle, muss das Herz von aussen massiert werden, um es zum Schlagen zu reizen und dafür zu sorgen, dass das Blut durch den Körper gepumpt wird. Dies nennt man "externe Herzmassage". Hierzu wird der Hund auf den Rücken gedreht und dann in eine leicht abgekippte Stellung gebracht. Der Brustkorb wird durch eine Decke, ein Handtuch, einen zusammengerollten Pullover o.ä. unterstützt. Man legt nun seine linke Hand flach auf den Brustkorb, sodass sich das Herz des Hundes zwischen Hand und untergelegtem Pullover befindet. Anschießend legt man den Handballen der rechten Hand auf die linke Hand (Linkshänder entsprechend umgekehrt). Der rechte Handballen wird nun ganz schnell mehrmals hintereinander auf die linke Hand gedrückt. Ein "Salve" besteht aus 5 bis 10 Stößen. Danach legt man Pause ein. In dieser Pause wird der Notfallpatient bei Atemstillstand beatmet (Herzmassage - Beatmung - Herzmassage). Alle 1 bis 2 Minuten sollte getastet werden, ob ein Herzspitzenstoß und eine Pulswelle vorhanden ist.
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(Quelle: Hartmann/Steidl "Patient Hund") |
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