Der Rennsport bietet dem Saluki bzw. dem Windhund das, was er braucht, um das zu sein, was er ist, nämlich ein Windhund. Es gibt aber auch durchaus Salukis, die sich für das Rennen auf der Rennbahn nicht interessieren bzw. nach kurzer Zeit keine Lust mehr haben, dem künstlichen Hasen hinterherzurennen.
Der Saluki ist ein Einzeljäger und ist deshalb streng genommen für die Jagd im Rudel, wie dies bei Windhunderennen der Fall ist, nicht so geeignet wie zum Beispiel der Barsoi, der in der Regel im Rudel jagt. Es kann deshalb durchaus der Fall sein, daß der Saluki seine Jagdkollegen beim Rennen eher stört, als gemeinsam mit ihnen den Hasen zu jagen. Durch Zwang bringt man seinen Saluki jedoch nicht zum Rennen. Er rennt immer freiwillig und nur, weil es ihm Spaß macht; es ist seine Leidenschaft. Die Begeisterung ist aber dann so groß, daß man Mühe hat, ihn am Start zu halten.
Teilnahmeberechtigt am Windhunderennen sind Hunde aller Windhunderassen, die in einem anerkannten Zuchtbuch eingetragen sind. Wichtige Voraussetzung ist aber der vorherige Erwerb einer Rennlizenz. Wie diese erworben werden kann, können Sie entweder auf meiner Seite unter "Rennlizenz" oder direkt beim DWZRV nachlesen.
Die Rennsaison dauert gut 7 bis 8 Monate im Jahr. Von Frühjahr bis Herbst hat man nahezu an jedem Wochenende Gelegenheit, an einem Rennen innerhalb Deutschlands teilzunehmen. Windhunderennen sind auch im benachbarten Ausland populär, so daß man an deutschen und ausländischen Konkurrenzen teilnehmen kann.
In fast jeder größeren Stadt bzw. in deren Einzugsgebiet gibt es heute einen Windhunderennplatz. Dort ist für Windhunde jeder Rasse Gelegenheit, am Training teilzunehmen. Das Training wird meist am Wochenende veranstaltet. Bei den Läufen, hinter einem vorweggezogenen Lockmittel auf einer bestimmten Bahn, hat der interessierte Windhund Gelegenheit, richtig zu hetzen.
Hier herrscht kein Zwang. Mit Antreiben oder Dressur hat das nichts zu tun, wie man manchmal irrtümlich zu hören bekommt. Ganz im Gegenteil, man ermöglicht damit seinem Windhund sein individuelles "Jagderlebnis" und man gibt ihm dabei die Möglichkeit, sich voll auszulaufen.
Die Rennen finden meistens auf Rasenbahnen statt und zwar über Entfernungen von mindestens 300 m bis höchstens 900 m, wobei die übliche Bahnlänge 450 m bzw. 480 m beträgt. Daneben gibt es auch Sandbahnen oder Rasenbahnen mit Sandkurven und Sandauslauf. Auf diesen Bahnen werden weniger hohe Geschwindigkeiten erreicht als auf Rasen, gleichzeitig ist aber auch die Belastung der Pfoten der Hunde hoch. Gestartet wird aus Boxen; meist laufen sechs Hunde gemeinsam.
Sie werden dann hinter einem künstlichen Hasen (bestehend aus Fell bzw. Kunststoff ), der etwa 20 m vor den Hunden hergezogen wird, auf die Bahn gelassen. Der Hase wird an einer Schnur über Rollen von einer Hasenzugmaschine gezogen, wobei es um mindestens eine Kurve (U-förmige Bahn) oder um 2 Kurven (Doppel-U) geht.
Das Patent des mechanischen Hasenzugs und die Idee der runden Rennbahn, die die rationelle Abfolge vieler Läufe hintereinander überhaupt erst ermöglichte, kam aus Amerika über England und eroberte Ende der 20er Jahre auch Deutschland. Zuvor hat der Besitzer selbst als "Vorläufer" fungiert.
Dieser wurde später dann durch ein Whippet ersetzt. Bei den in Deutschland und den meisten angrenzenden europäischen Ländern handelt es sich um "Amateur-Rennen", die in erster Linie um der Hunde und ihrer Bewegung willen durchgeführt werden. In Ländern wie England, Amerika und Australien hat sich allerdings das "Profi-Rennen" etabliert und in Verbindung damit eine gigantische Zucht- und Rennindustrie, animiert durch das lukrative Wettgeschäft. Hierbei geht es so manchem nicht mehr nur um die Befriedigung des Bewegungsdranges der Windhunde, sondern auch um Kommerz und Ansehen.
Die Leidtragenden sind letztendlich die Hunde, insbesondere solche, die keine Erfolge vorweisen können. Diese werden dann entweder auf bestialische Weise umgebracht oder verscherbelt. Zum Glück gibt es inzwischen eine Vielzahl Organistionen, die sich insbesondere dieser Hunde annehmen und solche Hunde auch vermitteln. Dies ist der Grund, weshalb kommerzielle Rennen bei uns in Deutschland schlicht verboten sind.
Wer mit seinem Saluki bzw. Windhund jedoch keine Wettkämpfe bestreiten möchte, kann natürlich auch nur am Training teilnehmen. Hierzu muß man auch nicht gleich in irgendwelche Vereine eintreten. Gegen eine geringe Gebühr darf jeder Hund in der Regel am Training mitmachen. Mit der Teilnahme am Rennen bzw. Training stillt man das Rennbedürfnis des Windhundes.
Der Jagd- bzw. Hetztrieb des Windhundes wird in sportlich wettkampfmäßige Bahnen gelenkt. Es ist also durchaus eine interessante Variante seinem Hund einerseits die nötige Bewegung, andererseits eine psychologische Befriedigung durch das Jagderlebnis zu bieten.