Zu den orientalischen Windhunde zählt man
Der Beduine schätzt drei Dinge mehr als alles andere: Sein Pferd, seinen Windhund und seinen Jagdfalken. Der Windhund war stets die einzig reine, kostbare und behütete Hunderasse in der arabischen Welt; ein Tier, das vom gewöhnlichen Hund als meilenweit entfernt betrachtet wurde. Ein Hund ist ein “kelb”, unrein für den Mohammedaner und deshalb verachtet. Nach seiner Berührung wäscht man sich die Hände. Der Sloughi oder Saluki zum Beispiel, das ist ein anderes Wesen. Er bewegt sich in menschlicher Gesellschaft wie unter seinesgleichen. Diese hohe Wertschätzung des edlen Windhundes im Orient ist uralt. Sie findet sich vom Atlas in Marokko bis zu den Grenzen Indiens.
Zu den Jagdeigenschaften der orientalischen Windhunde in ihren Heimatländern gehören Gewandtheit, Reaktionsschnelligkeit, Selbständigkeit und Ausdauer. Auch Mut und Härte sind bei einigen Arten zu finden. Sie wurden nicht für die Gruppenjagd gezüchtet, sondern als Solo- oder Paarjäger. Die Jagd war ein Schauspiel und faszinierend anzusehen. Wenn sich das Jagdtrupp nach langen Anmärschen dem Standort eines Gazellenrudels näherten, wurden die Sloughis in die Sättel vor die Reiter genommen, und in wildem Ritt ging es den flüchtenden Gazellen nach. Wenn die Pferde ermüdeten, sprangen die Windhunde ab und holten einzelne Gazellen ein, die sie hielten, bis ihre Herren kamen und das Wild übernahmen. In vielen Gegenden fanden Falken zusätzliche Verwendung. Sie arbeiteten mit dem Saluki zusammen, indem sie sich der Gazelle auf den Kopf setzten und sie so behinderten, daß der Windhund leichteres Spiel hatte.
Die Orientalen sind im Laufen ausdauernd und hart. Sie lassen sich jedoch nicht so ohne weiteres in das europäische System des Bahnrennens integrieren. Äußerlich sind die Orientalen im Körperbau quadratisch kurz, mit horizontal verlaufender Rückenlinie und Hängeohren. Der Blick des Orientalen ist ruhig und beständig. Er wirkt oft wie träumerisch verhangen. Der Augenausdruck ist mild und beinahe menschlich. Sie sind vom Charakter her reserviert, in sich gekehrt. Ihre Zärtlichkeit ist nur dem eigenen Besitzer vorbehalten. Ein guter Jagdsloughi oder -tazi ist niemals käuflich. Er ist so wertvoll wie ein edles Pferd oder ein gutes Reitkamel. Nur als Geschenk, als Zeichen höchster Wertschätzung, wurden die ersten Tiere, die zu Beginn dieses Jahrhunderts aus dem Mittleren Osten, Afghanistan und Nordafrika nach Europa kamen, den glücklichen neuen Besitzern anvertraut.
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