|
Man ist sich heute einig, daß die Herkunft dieser stehohrigen Windhundartigen der Mittelmeerinseln auf Ägypten zurückzuführen ist.
Zu Ihnen gehören
Sie ähneln den von altägyptischen Wandmalereien und Reliefs bekannten stehohrigen, ringelschwänzigen „Tesems“, so daß Vertreter dieser Gruppe den Namen „Pharaonenhunde“ erhielten. Ein Anrecht auf den Namen “Pharaonenhund” hätten an und für sich alle Angehörigen stehohrigen Windhundfamilie. Durch verbandskynologische Bestrebungen wurde er aber nur für die Hunde in Malta geschützt. Für sie hat das Hauptimportland England einen Anspruch bei der internationalen Dachorganisation FCI durchgesetzt, so daß die Rasse heute unter dem englischen Namen „Pharaoh Hound“ geführt wird.
Die geschichtlichen Vorgänge lassen neben dem Aussehen der Hunde stark vermuten, daß die Pharaonenhunde tatsächlich Nachkommen der altägyptischen Hetzhunderasse sind. Ihre Verbreitung wird in erster Linie den Phöniziern zugeschrieben, aber auch die Griechen, Karthager und Römer haben in der Geschichte der Mittelmeerinseln eine bedeutende Rolle gespielt und dürften ihren Anteil an der Einbürgerung der stehohrigen Kaninchenjagdhunde gehabt haben. Diese gelangten auf dem Seeweg an die Küsten Griechenlands, Italiens und Spaniens und die vorgelagerten Inseln Kreta, Malta, Sizilien, die Balearen und daneben die Kanarischen Inseln, wo sie eigene Typen herausbildeten.
Seit jeher werden die Mittelmeerhunde zur Jagd auf Kleinwild, insbesondere Kaninchen eingesetzt. Sie haben eine hervorragende Nase, Augen und Ohren. Außerdem kommen sie ausgesprochen gut im unwegsamen Gelände klar.
Dank ihres Geruchssinnes und ihres Gehörs können sie Kaninchen in Verstecken und auch unter der Erde feststellen. Teilweise jagt der Hund auch zusammen mit dem Frettchen, das die Kaninchen aus dem Bau an die Oberfläche treibt, wo wiederum die Hunde die Chance zum Fang nutzen. Sehr zugute kommt den Hunden bei der Jagd ihr vorzügliches Sprungvermögen aus dem Stand, womit sie sich in unübersichtlichem Gelände stets aufs neue Überblick verschaffen.
Das kombinierte Benutzen von Auge, Nase und Gehör, was für die Mittelmeerrassen bei der Jagd in ihrem heimatlichen Terrain so vorteilhaft ist, macht gleichzeitig auch einen ihrer auffallendsten Unterschiede zum reinen Windhund aus. Der Windhund hetzt nämlich in erster Linie auf Sicht. Gleichzeitig zeigt der nicht so hoch entwickelte Körperbau an, daß die Stehohrigen nicht auf das Erreichen der Höchstgeschwindigkeit der Vollblutwindhunde eingerichtet sind. Der Pharaonenhund jagt ohne Laut und benutzt die Nase dann, wenn er auf Sicht allein nicht mehr weiterkommt.
Vom Temperament her sind die stehohrigen Windhundverwandten lebhaft und dynamisch, dabei verspielt. Sie lernen schnell und besitzen eine gewisse Ausbildbarkeit. Andererseits haben sie sich soviel Unabhängigkeit bewahrt, daß sie durchaus auch ihre eigenen Wege gehen und ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen. Bei einer freundlichen Grundhaltung läßt ihre Wachsamkeit und eine gewisse Reserviertheit sie differenziert auf Fremde reagieren. Dabei ist ihr Verhalten der jeweiligen Situation angepaßt.
|